Das Feature mit dem Titel “Hate Radio” behandelt die Rolle des ruandischen Radiosenders RTLM (Radio Télévision Libre des Mille Collines) im dortigen Bürgerkrieg.
Besonders interessant fand ich den Aspekt, dass es sich hierbei scheinbar auch um ein Beispiel westlicher Technikgläubigkeit handelt, wie sie Evgeny Morozov in seinem Buch “The Net Delusion” in Bezug auf das Internet aktuell ausmacht. Quasi das Diktum McLuhans “the medium is the message” wörtlich nehmend, dachte man wohl, dass ein junger, modern aufgemachter Radiosender automatisch Demokratie und Fortschritt befördern würde. So heißt es im Feature:
Ein Radio wie es die westlichen Entwicklungshelfer hören wollten: jung, interaktiv, kritisch, humorvoll. Völlig anders als das ruandische Regierungsradio, in dem lange, autoritäre Erklärungen verlesen wurden, so wie man das aus Osteuropa oder der Sowjetunion kannte. RTLM mischte alles mit allem: gute Laune, Sportnachrichten, Pop-Musik und klassische Musik. RTLM war genau die Art privates Radio, das nach dem Ende des Kalten Kriegs in Zentralafrika von der internationalen Gemeinschaft gefördert wurde. Das Problem dabei war nur, dass sich niemand darum kümmerte, was eigentlich genau auf RTLM gesagt wurde.
Leider wird nur erwähnt, dass das Studio von RTLM mittels Entwicklungshilfe finanziert wurde und der Aspekt nicht weiter vertieft.
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PS.: Ebenfalls empfehlenswert, wenn gleich weitaus amüsanter ist das Feature über die Geschichte der sog. Groschenromane. Unterhaltsam, wenngleich die Machart mich etwas nervte…


