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…aber schön war's!

02. August 2011
von chris
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Heiner Geißler und der totale Krieg

Wer Heiner Geißler trotz Beitritt zu Attac und medial inszeniertem S21-Schlichtungs-Spektakel weiterhin für einen politisch eher fragwürdigen Zeitgenossen hält, den dürften die folgenden Aussagen von Geißler im Interview mit dem Deutschlandfunk nicht überraschen. Von Tobias Armbrüster angesprochen auf Geißlers im Goebbelschen Duktus gestellte Frage an S21-Befürworter und -Gegner, ob sie denn den totalen Krieg wollten, redet er sich um Kopf und Kragen. Geißler zitierte damit wörtlich die Wendung “Wollt ihr den totalen Krieg?”, die Joseph Goebbels 1943 während seiner sog. Sportpalastrede benutzte und von den Anwesenden Zuhörern mit einem gellenden “Ja!” beantwortet wurde. Ziel war es die deutsche “Volksgemeinschaft” weiter für den sich gegen NS-Deutschland wendenden Krieg zu begeistern. Geißler wiederum entblödet sich nicht im Interview die Proteste gegen S-21 mit der 1943 gleichzusetzen, den Schrecken des Nationalsozialismus also mit den Protesten um einen Bahnhofsneubau auf eine Stufe zu setzten und damit den Nationalsozialismus geradezu als geschichtliche Banalität erscheinen zu lassen: Weiterlesen →

01. Dezember 2010
von chris
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Deutschland, deine Integrationsdebatten

Freiwillig darf man kurioserweise nicht an den Integrationskursen teilnehmen. Seit letzten Oktober müssen sich »Integrationswillige«, die von sich aus Deutsch lernen wollen, wegen einer Finanzierungssperre des Bundesamtes drei Monate gedulden. Bundesweit stehen derzeit 10 000 Menschen auf Wartelisten, was wohl nicht zuletzt ein Resultat der im April eingeführten Sparmaßnahmen bei den Sprachkursen ist. Bis zum Jahresende könnte sich die Zahl der Wartenden nach Angaben der Trägerorganisationen sogar noch verdoppeln.

Jan Schapira – Prekäre Lehrer für Prekäre (Ein Besuch in einer Integrationsschule in Berlin-Neukölln.) in Jungle World 47/2010

10. Juli 2010
von chris
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Hörtipp: “Die Aufwertung des Faschismus im heutigen Italien”

An dieser Stelle mal wieder ein kleiner Hinweis auf ein gutes Radiofeature. Unter dem Titel Duce, Duce, Duce! – Die Aufwertung des Faschismus im heutigen Italien” geht Jan-Christoph Kitzler dem Wiedererstarken des Faschismus in Italien nach:

Hakenkreuze und andere Nazi-Zeichen sind in der Öffentlichkeit eigentlich verboten, in Italien ebenso wie in Deutschland. Trotzdem macht sich in Italien ein immer stärker werdender Neofaschismus breit. Und das in der Mitte der Gesellschaft.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

(Mp3)

Wahlplakat der Labour Party

14. April 2010
von chris
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Wenn Twitter die politische Karriere kostet

Nachdem die Queen am 6. April der Bitte von Premierminister Gordon Browns nachgekommen ist und das britische Unterhaus auflöste steht fest, dass am 6. Mai zusammen mit den Kommunalwahlen auch die Unterhauswahlen in Großbritannien stattfinden. Gleichzeitig startete auch der Wahlkampf, der schon seit längerem auf kleiner Flamme stattfand, in die heiße Phase und, ähnlich wie im letzten Bundestagswahlkampf, spielt diesmal auch das Internet eine wichtig(ere) Rolle. Dabei geht es nicht gerade zimperlich zu, sowohl off- als auch online.

Insbesondere die Tories tun sich in Sachen negative campaigning hervor. Zum Beispiel mit einer Plakatkampagne die den lächelnden Premier neben Slogans wie “Ich habe die nationale Verschuldung verdoppelt, wählt mich” zeigt. Während die Labour Party ein Plakat vorstellte, dass den konservativen Spitzenkandidaten David Cameron auf einem Audi Quattro sitzen zeigt, kombiniert mit der Aussage “Lass ihn nicht Britannien zurück in die 1980er führen”. Allerdings führte dieses Plakat nicht zu den intendierten Reaktionen und wurde stattdessen von den Tories als Vorlage für ein eigenes Plakat benutzt. Weiterlesen →

07. März 2010
von chris
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Alltägliche Anekdoten (III): The Big Freeze und die Medien

Schnee – das unbekannte und gefährliche Wesen. Diesen Eindruck konnte zumindest gewinnen, wer diesen Winter im Vereinigten Königreich verbrachte, inbesondere zwischen Weihnachten und Neujahr. In dieser Zeit schneite es dort nämlich länger als einen Tag – ein offenbar sehr seltenes und durch und durch furchteinflößendes Ereignis. Dies jedenfalls suggerierten die Medienberichte über The Big Freeze. Flughäfen stellten den Betrieb ein und der Eurostar wurde von Kondenswasser ausser Gefecht gesetzt – once again the continent was isolated. Gleichzeitig gingen Streusalzreserven zur Neige und selbst Gas schien knapp zu werden. Kurzum die Medien halluzinierten den baldigen Untergang des Vereinigten Königreichs herbei, weil es plötzlich für eine Woche mal genausoviel schneite wie in Schweden oder Schottland jeden Winter. Wie gut, dass es da Charlie Brooker und seine Sendung Newswipe gibt, welche die gesamte Medienpanik ordentlich auf die Schippe nimmt:

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15. Januar 2010
von chris
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Alltägliche Anekdoten (II): Winterspass

Auch wenn man angeschichts der medialen Berichterstattung das Gefühl haben kann, England sei angesichts einer Woche Schnee und Temperaturen unter Null nur ganz knapp dem Untergang entronnen, so hatte doch zumindest die Polizei Oxfordshire offenkundig ihren Spass, wie dieses Video zeigt:

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Nach dem Auftauchen des Videos wurden sie von ihrem Chef darauf mit den folgenden Worten ermahnt:

I have spoken to the officers concerned and reminded them in no uncertain terms that tobogganing on duty, on police equipment and at taxpayers’ expense, is a very bad idea should they wish to progress under my command.

Was nun absurder ist – Schlittenfahrende Polizisten oder die folgende Zurechtweisung – darf sich jeder selbst denken. In diesem Sinne: “What ever happens – keep smiling!”

21. Dezember 2009
von chris
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Alltägliche Anekdoten (I): Weihnachtsindikatoren

Während in Deutschland das Näherrücken von Weihnachten traditionell spätestens ab Ende Oktober durch Massen von Schokoladennikoläusen und -weihnachtsmännern im Supermarkt angezeigt wird, dient in England offenbar das palettenweise Aufbarren von Bierdosen im Eingangsbereich des hiesigen Sainsbury’s als entsprechender Indikator.

07. Dezember 2009
von chris
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BibTeX: Harvard Zitationsstil mit urldate

Bei der Arbeit mit LaTeX und BibTeX bevorzuge ich als Zitationsstil AGSM aus dem Harvard-Paket, leider wird bei diesem Stil aber nicht das letzte Zugriffsdatum auf eine URL angezeigt. Glücklicherweise gibt es eine Lösung für dieses Problem von Michael Tyson. Er hat die Stildefinition so angepasst, dass nun auch der Inhalt von urldate in der Bibliographie ausgegeben wird.

Alles was man dazu tun muss, ist die geänderte agsm.bst runterladen und die eigene damit überschreiben, alternativ kann man auf Linuxsystemen den hier angehängten Patch verwenden um die Datei zu ändern. Beides ist allerdings nicht upgradesicher.

Wenn alles geklappt hat, sollte die Bibliographie dann künftige so ähnlich aussehen:

Downloads

AGSM Patch - Patch to get urldate used in the Harvard Bibtex style. (522 bytes)

23. Oktober 2009
von chris
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BNP Chef Nick Griffin in BBC Talkshow

Gestern Abend war es soweit, Nick Griffin – Vorsitzender der rechtsradikalen British National Party (BNP) – nahm an der BBC Polittalkshow Question Time teil. Es war das erste Mal, dass ein Mitglied der BNP in die Sendung eingeladen wurde und entsprechend groß war der Aufschrei. Trotz wiederholter, prominenter Aufrufe an den Sender Griffin wieder auszuladen, stand die BBC zu ihrer Entscheidung und verwies zum einen auf ihr Prinzip der Unparteilichkeit und zum anderen auf die jüngsten Erfolge der BNP bei den Europa- und Kommunalwahlen, die es notwendig machten auch einen Vertreter der Partei einzuladen.

Neben Griffin und dem Moderator fanden sich dann gestern auch jeweils eine VertreterIn der anderen drei großen englischen Parteien – Labour, Conservative Party & Liberal Democrats – sowie eine Dramatikerin auf dem Podium. Die Sendung selbst verlief relativ unspektakulär. Griffin wurde sowohl vom Publikum als auch von seinen Mitdiskutanten und dem Moderator kontinuierlich angegriffen und macht dabei eine relativ schlechte Figur. Zwar blieb er durchgehend sehr gefasst und versuchte sich als moderate Alternative zum Mainstream zu präsentierten, verstrickte sich allerdings bei seinen Antworten in Widersprüche und flüchtete ins Unkonkrete. Zum Beispiel bei der Frage, ob er die Shoa leugne, auf die er sinngemäß antwortete, er sei nicht wegen Holocaustleugnung verurteilt worden, könne aber auch nicht erklären ob und wenn ja warum er seine Meinung geändert habe. Darüber hinaus präsentierte er die üblichen rechtsradikalen Stereotypen und unterstellte eine landesweite linke Medienverschwörung gegen ihn und seine Partei, die ihn kontinuierlich falsch zitierten. Alles Argumentationsmuster die auch von deutschen Neonazis bekannt sind. Weiterlesen →

15. Oktober 2009
von chris
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“Alle Macht den Twitterati”

Während der Vorsitzende der Conservative Party, David Cameron, in den letzten Wochen seine Pläne für den Fall eines Regierungswechsels vorstellte, die sich wie eine 1:1-Kopie der rot-grünen Agenda 2010 in Deutschland lesen, wird auch im Vereinigten Königreich die Rolle von neuen Kommunikationsmedien wie Twitter wichtiger.

Das jüngste Beispiel hierfür ist einen Tag alt. Am Montag berichtet der Guardian auf Seite 1, dass sie aufgrund einer einstweiligen Verfügung nicht über eine Anfrage eines Abgeordneten berichten dürfen – und zwar weder über den Inhalt, noch den Abgeordneten, der die Anfrage stellte und auch nicht über den Urheber der einstweiligen Verfügung. Dies sind die Auswüchse einer Regelung, die eigentlich zum Schutz der Privatsphäre von Personen gegenüber der Yellow Press gedacht war. Inzwischen wird diese Möglichkeit, aber primär von Firmen genutzt die sich unliebsame Presse vom Hals halten wollen. Die einstweiligen Verfügungen sind relativ leicht zu erreichen, schwer aufzuheben für den Betroffenen und oft sehr restriktiv, sodass zum Beispiel noch nicht einmal darüber berichtet werden darf, dass eine Verfügung erwirkt wurde. Weiterlesen →