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…aber schön war's!

28. März 2012
von chris
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Hörtipp: “Hate Radio”

Das Feature mit dem Titel “Hate Radio” behandelt die Rolle des ruandischen Radiosenders RTLM (Radio Télévision Libre des Mille Collines) im dortigen Bürgerkrieg.

Besonders interessant fand ich den Aspekt, dass es sich hierbei scheinbar auch um ein Beispiel westlicher Technikgläubigkeit handelt, wie sie Evgeny Morozov in seinem Buch “The Net Delusion” in Bezug auf das Internet aktuell ausmacht. Quasi das Diktum McLuhans “the medium is the message” wörtlich nehmend, dachte man wohl, dass ein junger, modern aufgemachter Radiosender automatisch Demokratie und Fortschritt befördern würde.  So heißt es im Feature:

Ein Radio wie es die westlichen Entwicklungshelfer hören wollten: jung, interaktiv, kritisch, humorvoll. Völlig anders als das ruandische Regierungsradio, in dem lange, autoritäre Erklärungen verlesen wurden, so wie man das aus Osteuropa oder der Sowjetunion kannte. RTLM mischte alles mit allem: gute Laune, Sportnachrichten, Pop-Musik und klassische Musik. RTLM war genau die Art privates Radio, das nach dem Ende des Kalten Kriegs in Zentralafrika von der internationalen Gemeinschaft gefördert wurde. Das Problem dabei war nur, dass sich niemand darum kümmerte, was eigentlich genau auf RTLM gesagt wurde.

Leider wird nur erwähnt, dass das Studio von RTLM mittels Entwicklungshilfe finanziert wurde und der Aspekt nicht weiter vertieft.

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PS.: Ebenfalls empfehlenswert, wenn gleich weitaus amüsanter ist das Feature über die Geschichte der sog. Groschenromane. Unterhaltsam, wenngleich die Machart mich etwas nervte…

03. März 2012
von chris
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Radioreportage über die Weathermen

Gestern lief beim Deutschlandfunk eine sehr interessante Reportage über die Weathermen. Die Weathermen waren so etwas wie die US-amerikanische Rote Armee Fraktion (RAF), allerdings mit einigen – gravierenden – Unterschieden, u.a. umfassten die Anschlagsziele primär Gebäude und nicht Personen.

Die Reportage geht der Geschichte der Gruppe nach, ihren Ursprüngen, Zielen und ihrer Entwicklung bis zur ihrem schrittweisen Niedergang ab Mitte der 1970er Jahre. Dabei kommen auch damalige Akteure, allen voran Bill Ayers zu Wort.

Der Deutschlandfunk selbst schreibt zur Reportage:

Ein Feature über junge politische Träumer, die mit ihrem Griff nach den Sternen die Gegenwart auf den Kopf stellten. Trotz ihrer Naivität und ihrer Bereitschaft zur Gewalt, für die sie notfalls mit dem eigenen Leben zu bezahlen bereit waren, ebneten sie den Weg für die großen weltweiten Demonstrationen zu Anfang unseres Jahrtausends und damit umfassenderen Veränderungen, als sie sich je hätten vorstellen können.

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Falls sich jemand darüber hinaus noch für den Weather Underground interessiert, so kann ich das Buch “Underground: My Life with SDS and the Weathermen” von Mark Rudd empfehlen. Leider weiß ich bis dato von keiner deutschen Übersetzung.

02. August 2011
von chris
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Heiner Geißler und der totale Krieg

Wer Heiner Geißler trotz Beitritt zu Attac und medial inszeniertem S21-Schlichtungs-Spektakel weiterhin für einen politisch eher fragwürdigen Zeitgenossen hält, den dürften die folgenden Aussagen von Geißler im Interview mit dem Deutschlandfunk nicht überraschen. Von Tobias Armbrüster angesprochen auf Geißlers im Goebbelschen Duktus gestellte Frage an S21-Befürworter und -Gegner, ob sie denn den totalen Krieg wollten, redet er sich um Kopf und Kragen. Geißler zitierte damit wörtlich die Wendung “Wollt ihr den totalen Krieg?”, die Joseph Goebbels 1943 während seiner sog. Sportpalastrede benutzte und von den Anwesenden Zuhörern mit einem gellenden “Ja!” beantwortet wurde. Ziel war es die deutsche “Volksgemeinschaft” weiter für den sich gegen NS-Deutschland wendenden Krieg zu begeistern. Geißler wiederum entblödet sich nicht im Interview die Proteste gegen S-21 mit der 1943 gleichzusetzen, den Schrecken des Nationalsozialismus also mit den Protesten um einen Bahnhofsneubau auf eine Stufe zu setzten und damit den Nationalsozialismus geradezu als geschichtliche Banalität erscheinen zu lassen: Weiterlesen →

01. Dezember 2010
von chris
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Deutschland, deine Integrationsdebatten

Freiwillig darf man kurioserweise nicht an den Integrationskursen teilnehmen. Seit letzten Oktober müssen sich »Integrationswillige«, die von sich aus Deutsch lernen wollen, wegen einer Finanzierungssperre des Bundesamtes drei Monate gedulden. Bundesweit stehen derzeit 10 000 Menschen auf Wartelisten, was wohl nicht zuletzt ein Resultat der im April eingeführten Sparmaßnahmen bei den Sprachkursen ist. Bis zum Jahresende könnte sich die Zahl der Wartenden nach Angaben der Trägerorganisationen sogar noch verdoppeln.

Jan Schapira – Prekäre Lehrer für Prekäre (Ein Besuch in einer Integrationsschule in Berlin-Neukölln.) in Jungle World 47/2010

10. Juli 2010
von chris
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Hörtipp: “Die Aufwertung des Faschismus im heutigen Italien”

An dieser Stelle mal wieder ein kleiner Hinweis auf ein gutes Radiofeature. Unter dem Titel Duce, Duce, Duce! – Die Aufwertung des Faschismus im heutigen Italien” geht Jan-Christoph Kitzler dem Wiedererstarken des Faschismus in Italien nach:

Hakenkreuze und andere Nazi-Zeichen sind in der Öffentlichkeit eigentlich verboten, in Italien ebenso wie in Deutschland. Trotzdem macht sich in Italien ein immer stärker werdender Neofaschismus breit. Und das in der Mitte der Gesellschaft.

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(Mp3)

Wahlplakat der Labour Party

14. April 2010
von chris
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Wenn Twitter die politische Karriere kostet

Nachdem die Queen am 6. April der Bitte von Premierminister Gordon Browns nachgekommen ist und das britische Unterhaus auflöste steht fest, dass am 6. Mai zusammen mit den Kommunalwahlen auch die Unterhauswahlen in Großbritannien stattfinden. Gleichzeitig startete auch der Wahlkampf, der schon seit längerem auf kleiner Flamme stattfand, in die heiße Phase und, ähnlich wie im letzten Bundestagswahlkampf, spielt diesmal auch das Internet eine wichtig(ere) Rolle. Dabei geht es nicht gerade zimperlich zu, sowohl off- als auch online.

Insbesondere die Tories tun sich in Sachen negative campaigning hervor. Zum Beispiel mit einer Plakatkampagne die den lächelnden Premier neben Slogans wie “Ich habe die nationale Verschuldung verdoppelt, wählt mich” zeigt. Während die Labour Party ein Plakat vorstellte, dass den konservativen Spitzenkandidaten David Cameron auf einem Audi Quattro sitzen zeigt, kombiniert mit der Aussage “Lass ihn nicht Britannien zurück in die 1980er führen”. Allerdings führte dieses Plakat nicht zu den intendierten Reaktionen und wurde stattdessen von den Tories als Vorlage für ein eigenes Plakat benutzt. Weiterlesen →

07. März 2010
von chris
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Alltägliche Anekdoten (III): The Big Freeze und die Medien

Schnee – das unbekannte und gefährliche Wesen. Diesen Eindruck konnte zumindest gewinnen, wer diesen Winter im Vereinigten Königreich verbrachte, inbesondere zwischen Weihnachten und Neujahr. In dieser Zeit schneite es dort nämlich länger als einen Tag – ein offenbar sehr seltenes und durch und durch furchteinflößendes Ereignis. Dies jedenfalls suggerierten die Medienberichte über The Big Freeze. Flughäfen stellten den Betrieb ein und der Eurostar wurde von Kondenswasser ausser Gefecht gesetzt – once again the continent was isolated. Gleichzeitig gingen Streusalzreserven zur Neige und selbst Gas schien knapp zu werden. Kurzum die Medien halluzinierten den baldigen Untergang des Vereinigten Königreichs herbei, weil es plötzlich für eine Woche mal genausoviel schneite wie in Schweden oder Schottland jeden Winter. Wie gut, dass es da Charlie Brooker und seine Sendung Newswipe gibt, welche die gesamte Medienpanik ordentlich auf die Schippe nimmt:

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15. Januar 2010
von chris
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Alltägliche Anekdoten (II): Winterspass

Auch wenn man angeschichts der medialen Berichterstattung das Gefühl haben kann, England sei angesichts einer Woche Schnee und Temperaturen unter Null nur ganz knapp dem Untergang entronnen, so hatte doch zumindest die Polizei Oxfordshire offenkundig ihren Spass, wie dieses Video zeigt:

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Nach dem Auftauchen des Videos wurden sie von ihrem Chef darauf mit den folgenden Worten ermahnt:

I have spoken to the officers concerned and reminded them in no uncertain terms that tobogganing on duty, on police equipment and at taxpayers’ expense, is a very bad idea should they wish to progress under my command.

Was nun absurder ist – Schlittenfahrende Polizisten oder die folgende Zurechtweisung – darf sich jeder selbst denken. In diesem Sinne: “What ever happens – keep smiling!”

21. Dezember 2009
von chris
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Alltägliche Anekdoten (I): Weihnachtsindikatoren

Während in Deutschland das Näherrücken von Weihnachten traditionell spätestens ab Ende Oktober durch Massen von Schokoladennikoläusen und -weihnachtsmännern im Supermarkt angezeigt wird, dient in England offenbar das palettenweise Aufbarren von Bierdosen im Eingangsbereich des hiesigen Sainsbury’s als entsprechender Indikator.