„Alle Macht den Twitterati“

Während der Vorsitzende der Conservative Party, David Cameron, in den letzten Wochen seine Pläne für den Fall eines Regierungswechsels vorstellte, die sich wie eine 1:1-Kopie der rot-grünen Agenda 2010 in Deutschland lesen, wird auch im Vereinigten Königreich die Rolle von neuen Kommunikationsmedien wie Twitter wichtiger.

Das jüngste Beispiel hierfür ist einen Tag alt. Am Montag berichtet der Guardian auf Seite 1, dass sie aufgrund einer einstweiligen Verfügung nicht über eine Anfrage eines Abgeordneten berichten dürfen – und zwar weder über den Inhalt, noch den Abgeordneten, der die Anfrage stellte und auch nicht über den Urheber der einstweiligen Verfügung. Dies sind die Auswüchse einer Regelung, die eigentlich zum Schutz der Privatsphäre von Personen gegenüber der Yellow Press gedacht war. Inzwischen wird diese Möglichkeit, aber primär von Firmen genutzt die sich unliebsame Presse vom Hals halten wollen. Die einstweiligen Verfügungen sind relativ leicht zu erreichen, schwer aufzuheben für den Betroffenen und oft sehr restriktiv, sodass zum Beispiel noch nicht einmal darüber berichtet werden darf, dass eine Verfügung erwirkt wurde. Keep Reading

Lesetipp: Machtinstrument E-Petition – Die Online-Opposition (taz)

Onlinepetitionen sind ein relativ neues Thema, ein Thema allerdings das durch die Debatte um die Netzsperren in jüngster Zeit einige Aufmerksamkeit in der Medienöffentlichkeit erhalten hat. die tageszeitung hat jetzt einen Artikel über die sog. ePetitonen veröffentlicht, der versucht das Phänomen zu erklären und einzuordnen.

Auch wenn ich der positiven Einschätzung des Autors Christian Rath skeptisch gegenüber stehe – muss sich doch ersteinmal zeigen, ob außer der Erzeugung einer kurzen medialen Aufmerksamkeit für einige wenige Petitionen, wirklich etwas substantielles passiert, sprich politische Entscheidungen entscheidend beeinflusst werden – ist der Artikel dennoch lesenswert, bietet er doch eine gute Einführung und Zusammenfassung des aktuellen Stands der Dinge.

Was dem Text leider schmerzlich fehlt, ist ein Blick über den Tellerrand der BRD hinaus. Wie sieht es etwa in Schottland aus, von wo die ursprüngliche Software ja stammte?

Weiterführende Links:

Sieh um Dich – Lokales Fernsehmagazin der Trierer Medienwissenschaft (Folge 2)

Eine meiner Hauptbeschäftigungen in diesem Sommersemester war das Medienprojekt 2009 der Medienwissenschaft an der Uni Trier. Dieses findet pro Jahr einmal statt und muss von jedem Hauptfachstudenten einmal besucht werden. So dieses Jahr auch von meiner Wenigkeit.

Auf dem Programm stand diesmal die Produktion eines lokalen Fernsehmagazins für Trier. Wobei es sich genau genommen quasi um die zweite Folge des Magazins handelt, da die erste Folge bereits im letzten Jahr produziert wurde.  Nach viel Blut, Schweiß, Tränen und einigen blank liegenden Nerven, ward das Magazin Mitte Juli fertig und wurde im Offenen Kanal Trier ausgestrahlt. Selbiger Sender war auch so nett und hat das Magazin auf YouTube geladen, sodass nun die ganze Welt es ansehen kann:

[Update] Hier noch ein kleiner Überblick über die Themen im Magazin:

  1. Ein Strandbad für Trier an der Mosel? So wie früher?
  2. Nachbarschaftsstreit in Trier Süd: Studierende vs. Nicht-Studierende
  3. Lärmprobleme in Trier West: Der LKW-Verkehr macht den Anwohnern zu schaffen
  4. Rollsuhlbasketball in Trier

Bevor jemand über die Qualität urteilt, sei auf einen Artikel von Oliver Jung bei faz.net hingewiesen, der den schönen Titel „Hochschulfernsehen: ‚Eine Mischung aus ARD und McDonald’s'“ trägt.

Präsentation: Euroskeptizismus im Europäischen Parlament

Im Sinne von Open Access möchte in an dieser Stelle in loser Folge der Öffentlichkeit Präsentationen und Hausarbeiten zur Verfügung stellen, die ich im Rahmen von Seminaren an der Universität Trier angefertigt habe. Ich bin mir dabei durchaus dem Umstand bewusst, dass diese Arbeiten wenig wissenschaftlichen Nutzen im eigentlichen Sinne haben. Nichtsdestotrotz können sie von Nutzen sein, etwa bei der Literaturrecherche zu einem Thema. Alle Veröffentlichungen stehen unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany License.

Den Anfang macht eine Präsentation zum Thema Europaskeptizismus im Europäischen Parlament. Dabei bin ich mir der berechtigten Kritik am Begriff „Europaskeptizismus“, wie sie etwa Chris Flood1 äußert, durchaus bewusst. Der Einfachheit halber wird in der Präsentation dennoch von „Europaskeptizismus“ bzw. „Euroskeptizismus“ gesprochen und nicht die bessere Bezeichnung „EU-Skeptizismus“ gewählt.

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  1. Flood, Chris: „Euroscepticism: A Problematic Concept“, UACES 32nd Annual Conference and 7th Research Conference, Queen’s University Belfast (September 2002).
Seuchenschaubild der New York Times

Sündenböcke und ihre Seuchen

Die New York Times hat auf ihrer Internetpräsenz ein hübsches Schaubild veröffentlicht auf dem diverse Seuchen mitsamt Opferzahl, Übertragungsweg, Symptomen und Gegenstrategie verzeichnet sind. Die Aufstellung beginnt im Jahre 1892 mit der Cholera und endet 2003 mit SARS. Die Vogelgrippe H5N1 und die „Mexikanische Grippe“ fehlen allerdings. Interessant ist vor allem die Nennung der jeweiligen Sündenböcke, in der Mehrzahl waren es Migranten die für den Ausbruch der Seuche verantwortlich gemacht wurden. Einzig zweimal – bei der „Spanischen Gruppe“ und Polio – kann die NYT keine Sündenböcke nennen.

Seuchenschaubild der New York Times
Seuchenschaubild der New York Times