Alltägliche Anekdoten (III): The Big Freeze und die Medien

Schnee – das unbekannte und gefährliche Wesen. Diesen Eindruck konnte zumindest gewinnen, wer diesen Winter im Vereinigten Königreich verbrachte, inbesondere zwischen Weihnachten und Neujahr. In dieser Zeit schneite es dort nämlich länger als einen Tag – ein offenbar sehr seltenes und durch und durch furchteinflößendes Ereignis. Dies jedenfalls suggerierten die Medienberichte über The Big Freeze. Flughäfen stellten den Betrieb ein und der Eurostar wurde von Kondenswasser ausser Gefecht gesetzt – once again the continent was isolated. Gleichzeitig gingen Streusalzreserven zur Neige und selbst Gas schien knapp zu werden. Kurzum die Medien halluzinierten den baldigen Untergang des Vereinigten Königreichs herbei, weil es plötzlich für eine Woche mal genausoviel schneite wie in Schweden oder Schottland jeden Winter. Wie gut, dass es da Charlie Brooker und seine Sendung Newswipe gibt, welche die gesamte Medienpanik ordentlich auf die Schippe nimmt:

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Alltägliche Anekdoten (II): Winterspass

Auch wenn man angeschichts der medialen Berichterstattung das Gefühl haben kann, England sei angesichts einer Woche Schnee und Temperaturen unter Null nur ganz knapp dem Untergang entronnen, so hatte doch zumindest die Polizei Oxfordshire offenkundig ihren Spass, wie dieses Video zeigt:

Nach dem Auftauchen des Videos wurden sie von ihrem Chef darauf mit den folgenden Worten ermahnt:

I have spoken to the officers concerned and reminded them in no uncertain terms that tobogganing on duty, on police equipment and at taxpayers‘ expense, is a very bad idea should they wish to progress under my command.

Was nun absurder ist – Schlittenfahrende Polizisten oder die folgende Zurechtweisung – darf sich jeder selbst denken. In diesem Sinne: „What ever happens – keep smiling!“

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Alltägliche Anekdoten (I): Weihnachtsindikatoren

Während in Deutschland das Näherrücken von Weihnachten traditionell spätestens ab Ende Oktober durch Massen von Schokoladennikoläusen und -weihnachtsmännern im Supermarkt angezeigt wird, dient in England offenbar das palettenweise Aufbarren von Bierdosen im Eingangsbereich des hiesigen Sainsbury’s als entsprechender Indikator.

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BibTeX: Harvard Zitationsstil mit urldate

Bei der Arbeit mit LaTeX und BibTeX bevorzuge ich als Zitationsstil AGSM aus dem Harvard-Paket, leider wird bei diesem Stil aber nicht das letzte Zugriffsdatum auf eine URL angezeigt. Glücklicherweise gibt es eine Lösung für dieses Problem von Michael Tyson. Er hat die Stildefinition so angepasst, dass nun auch der Inhalt von urldate in der Bibliographie ausgegeben wird.

Alles was man dazu tun muss, ist die geänderte agsm.bst runterladen und die eigene damit überschreiben, alternativ kann man auf Linuxsystemen den hier angehängten Patch verwenden um die Datei zu ändern. Beides ist allerdings nicht upgradesicher.

Wenn alles geklappt hat, sollte die Bibliographie dann künftige so ähnlich aussehen:

Downloads

AGSM Patch - Patch to get urldate used in the Harvard Bibtex style. (522 bytes)

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„Alle Macht den Twitterati“

Während der Vorsitzende der Conservative Party, David Cameron, in den letzten Wochen seine Pläne für den Fall eines Regierungswechsels vorstellte, die sich wie eine 1:1-Kopie der rot-grünen Agenda 2010 in Deutschland lesen, wird auch im Vereinigten Königreich die Rolle von neuen Kommunikationsmedien wie Twitter wichtiger.

Das jüngste Beispiel hierfür ist einen Tag alt. Am Montag berichtet der Guardian auf Seite 1, dass sie aufgrund einer einstweiligen Verfügung nicht über eine Anfrage eines Abgeordneten berichten dürfen – und zwar weder über den Inhalt, noch den Abgeordneten, der die Anfrage stellte und auch nicht über den Urheber der einstweiligen Verfügung. Dies sind die Auswüchse einer Regelung, die eigentlich zum Schutz der Privatsphäre von Personen gegenüber der Yellow Press gedacht war. Inzwischen wird diese Möglichkeit, aber primär von Firmen genutzt die sich unliebsame Presse vom Hals halten wollen. Die einstweiligen Verfügungen sind relativ leicht zu erreichen, schwer aufzuheben für den Betroffenen und oft sehr restriktiv, sodass zum Beispiel noch nicht einmal darüber berichtet werden darf, dass eine Verfügung erwirkt wurde. Keep Reading

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Lesetipp: Machtinstrument E-Petition – Die Online-Opposition (taz)

Onlinepetitionen sind ein relativ neues Thema, ein Thema allerdings das durch die Debatte um die Netzsperren in jüngster Zeit einige Aufmerksamkeit in der Medienöffentlichkeit erhalten hat. die tageszeitung hat jetzt einen Artikel über die sog. ePetitonen veröffentlicht, der versucht das Phänomen zu erklären und einzuordnen.

Auch wenn ich der positiven Einschätzung des Autors Christian Rath skeptisch gegenüber stehe – muss sich doch ersteinmal zeigen, ob außer der Erzeugung einer kurzen medialen Aufmerksamkeit für einige wenige Petitionen, wirklich etwas substantielles passiert, sprich politische Entscheidungen entscheidend beeinflusst werden – ist der Artikel dennoch lesenswert, bietet er doch eine gute Einführung und Zusammenfassung des aktuellen Stands der Dinge.

Was dem Text leider schmerzlich fehlt, ist ein Blick über den Tellerrand der BRD hinaus. Wie sieht es etwa in Schottland aus, von wo die ursprüngliche Software ja stammte?

Weiterführende Links:

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Sieh um Dich – Lokales Fernsehmagazin der Trierer Medienwissenschaft (Folge 2)

Eine meiner Hauptbeschäftigungen in diesem Sommersemester war das Medienprojekt 2009 der Medienwissenschaft an der Uni Trier. Dieses findet pro Jahr einmal statt und muss von jedem Hauptfachstudenten einmal besucht werden. So dieses Jahr auch von meiner Wenigkeit.

Auf dem Programm stand diesmal die Produktion eines lokalen Fernsehmagazins für Trier. Wobei es sich genau genommen quasi um die zweite Folge des Magazins handelt, da die erste Folge bereits im letzten Jahr produziert wurde.  Nach viel Blut, Schweiß, Tränen und einigen blank liegenden Nerven, ward das Magazin Mitte Juli fertig und wurde im Offenen Kanal Trier ausgestrahlt. Selbiger Sender war auch so nett und hat das Magazin auf YouTube geladen, sodass nun die ganze Welt es ansehen kann:

[Update] Hier noch ein kleiner Überblick über die Themen im Magazin:

  1. Ein Strandbad für Trier an der Mosel? So wie früher?
  2. Nachbarschaftsstreit in Trier Süd: Studierende vs. Nicht-Studierende
  3. Lärmprobleme in Trier West: Der LKW-Verkehr macht den Anwohnern zu schaffen
  4. Rollsuhlbasketball in Trier

Bevor jemand über die Qualität urteilt, sei auf einen Artikel von Oliver Jung bei faz.net hingewiesen, der den schönen Titel „Hochschulfernsehen: ‚Eine Mischung aus ARD und McDonald’s'“ trägt.

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Präsentation: Euroskeptizismus im Europäischen Parlament

Im Sinne von Open Access möchte in an dieser Stelle in loser Folge der Öffentlichkeit Präsentationen und Hausarbeiten zur Verfügung stellen, die ich im Rahmen von Seminaren an der Universität Trier angefertigt habe. Ich bin mir dabei durchaus dem Umstand bewusst, dass diese Arbeiten wenig wissenschaftlichen Nutzen im eigentlichen Sinne haben. Nichtsdestotrotz können sie von Nutzen sein, etwa bei der Literaturrecherche zu einem Thema. Alle Veröffentlichungen stehen unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany License.

Den Anfang macht eine Präsentation zum Thema Europaskeptizismus im Europäischen Parlament. Dabei bin ich mir der berechtigten Kritik am Begriff „Europaskeptizismus“, wie sie etwa Chris Flood1 äußert, durchaus bewusst. Der Einfachheit halber wird in der Präsentation dennoch von „Europaskeptizismus“ bzw. „Euroskeptizismus“ gesprochen und nicht die bessere Bezeichnung „EU-Skeptizismus“ gewählt.

Downloads

Präsentation Europaskeptizismus im Europäischen Parlament - (864.96 kB)

  1. Flood, Chris: „Euroscepticism: A Problematic Concept“, UACES 32nd Annual Conference and 7th Research Conference, Queen’s University Belfast (September 2002).

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Seuchenschaubild der New York Times

Sündenböcke und ihre Seuchen

Die New York Times hat auf ihrer Internetpräsenz ein hübsches Schaubild veröffentlicht auf dem diverse Seuchen mitsamt Opferzahl, Übertragungsweg, Symptomen und Gegenstrategie verzeichnet sind. Die Aufstellung beginnt im Jahre 1892 mit der Cholera und endet 2003 mit SARS. Die Vogelgrippe H5N1 und die „Mexikanische Grippe“ fehlen allerdings. Interessant ist vor allem die Nennung der jeweiligen Sündenböcke, in der Mehrzahl waren es Migranten die für den Ausbruch der Seuche verantwortlich gemacht wurden. Einzig zweimal – bei der „Spanischen Gruppe“ und Polio – kann die NYT keine Sündenböcke nennen.

Seuchenschaubild der New York Times
Seuchenschaubild der New York Times

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